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WM 2026 in Belgien und den Niederlanden

Gegnercheck Argentinien: Mit allen Wassern gewaschen und einer starken Ecke

26. August 2026

Die WM-Halbfinalbegegnung der HONAMAS gegen Argentinien weckt sofort Erinnerungen an das Viertelfinalduell bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris, welches die deutschen Herren dank Toren von Teo Hinrichs, Justus Weigand und Gonzalo Peillat 3:2 für sich entscheiden konnten.

Auch bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio konnte die HONAMAS die Argentinier mit 3:1 in einem Entscheidungsspiel, dem Viertelfinale, besiegen. Zudem musste sich das deutsche Herren-Team seit Gründung der FIH Pro League nur einmal in der regulären Spielzeit den Argentiniern geschlagen geben, letztes Jahr in Berlin bei einer 2:3-Niederlage. Bundestrainer André Henning blickt auf die letzten Matches zurück: „Gegen Argentinien waren es zuletzt kurzweilige, hoch intensive und bisweilen auch hitzige Duelle.“

Bei einer WM trafen die beiden Nationen letztmals 2014 aufeinander. Ein Blick auf den Trophäenschrank der beiden Teams lässt ebenfalls eine Favoritenrolle vermuten: Die HONAMAS sind dreifacher und amtierender Weltmeister sowie vierfache Olympiasieger und „Los Leones“ (nur) Olympiasieger von 2016. Den größten Erfolg bei einer Weltmeisterschaft verbuchten die Südamerikaner bei der WM 2014, als sie Dritter wurden, nachdem sie der deutschen Mannschaft eine von zwei empfindlichen 0:1-Niederlagen in der Gruppenphase hinzufügte. Zu unterschätzen sind die Argentinier keineswegs. Mit Tomas Domene stellen sie den aktuellen Top-Scorer der vergangenen Pro League-Saison (13 Tore). In der neu geschaffenen WM-Zwischenrunde besiegten die Argentinier auf dem Weg in das Halbfinale Indien (5:3) und England (3:1). Gegen die Niederländer gab es eine 1:3-Niederlage in der Gruppenphase, aber noch in der Pro League konnten sie Oranje zweimal besiegen. Schlagzeilen machten die Argentinier auch mit einem 8:0-Sieg gegen Indien in Indien.

In diesem Spiel erzielte Domene vier Tore und ist auch Argentiniens stärkste Waffe mit seinen gefährlichen Strafecken. Auf diese gilt es für Deutschland besonders zu achten. Die deutsche Eckenabwehr ist mit 91% abgewehrten Ecken bei dieser WM allerdings herausragend. Nur gegen Malaysia ließen die Deutschen ein Eckentor zu. Bundestrainer Henning warnt: „Sportlich gesehen, ist das eine Mannschaft, die durchaus offensiv und aggressiv nach vorne spielen kann. Sie haben technisch extrem versierte Spieler mit einer aktuell sehr guten kurzen Ecke und auch einem Flow, den sie sich gerade über die WM erarbeitet haben. Der Charakter der Mannschaft ist so, wie man es sich von einem argentinischen Team vorstellt: Sie sind mit allen Wassern gewaschen und mit einer gewissen Cleverness ausgestattet. Es wird für uns auch darauf ankommen, unseren Fokus zu halten und uns nicht auf irgendwelche Nebenkriegsschauplätze ziehen zu lassen. Wir müssen bei unseren Stärken bleiben, vor allem bei unserer Defensive.“

Tomas Domene ist nicht der einzige Star im Team, Tomas Santiago gehört zu den stärksten Torhütern im Welthockey, Nicolas Della Torre zu den intelligentesten Spielern und Kapitän Matias Rey mit 330 Länderspielen (inklusive der Goldmedaille von 2016) zu den erfahrensten. Sein älterer Bruder Lucas ist der Cheftrainer des argentinischen Ensembles und wie sein Bruder Olympiasieger geworden. Sein Kader ist seit einiger Zeit in ähnlicher Konstellation zusammen und zehn der 20 Kaderspieler haben bereits mehr als 100 Spiele für ihr Land absolviert. Mit Thomas Habif spielt ein Argentinier aus dem WM-Kader für einen deutschen Bundesligaclub, den Mannheimer HC. Dort ist er Teamkollege der deutschen Nationalspieler Hugo von Montgelas, Erik Kleinlein und Linus Müller. Die in der Pro League vertretenen Teams der Weltspitze kennen sich aber ohnehin gut. Von den 16 eingesetzten beim Olympia-Viertelfinalsieg 2024 gegen Argentinien sind noch neun deutsche Spieler Teil des aktuellen WM-Kaders. Im Flutlicht von Wavre am Freitagabend wird sich zeigen, ob es den Deutschen erneut gelingen wird die Löwen zu zähmen.